Eigentlich wollte ich gerade ins Heierbett hier im Hotel gehen, da ich morgen wieder früh raus muss. Doch dann kam mir der Einfall, noch einmal die Online-Fachpresse zu überfliegen. Und es kam, wie es kommen musste. Hängengeblieben bin ich bei der Automobilwoche, über deren Artikel ich mich derart geärgert habe, dass ich den Rechner noch einmal aufgeklappt habe.

Die Automobilwoche rühmt sich ja gern damit, das am meisten zitierte Fachmagazin in Sachen Automobilwirtschaft zu sein. Nicht, dass ich den Münchnern das nicht gönnen würde. Aber wenn ich den Artikel lese, frage ich mich, was dieses „Fachmagazin“ geritten hat, so etwas unkommentiert weiter zu verbreiten. Berichte dieser flauen Art erwarte ich vielleicht in AMS, AutoBild oder im ADAC-Magazin – schon der Titel ist Irreführung par excellence: „Barzahler fahren am günstigsten“.

Aus Handelssicht kann ich nur sagen, vielen Dank für die tolle Presse. Das Gleiche gilt übrigens für den im Artikel mehrfach zitierten TÜV Süd. Das, was da drin steht, ist so nicht korrekt, insofern muss es ein Fachmagazin nicht auch noch verbreiten.

Die immer so hoch gehaltene Pressefreiheit möchte ich hier bitte nicht in Abrede stellen. Aber es ist eine Frage von Geben und Nehmen, die auch für die Kollegen Journalisten, insbesondere die Fachjournalisten, gilt. Wenn man sich mit einer Publikation an die automobile Fachwelt richtet, wozu eben auch der Autohandel gehört, dann ist es kein guter Stil, derart destruktiv und pauschal gegen die eigene Klientel zu schreiben.

Ich würde mich nicht aufregen, wenn sich die Automobilwoche fundiert mit dem Thema auseinandergesetzt hätte. Die Redaktion wäre ohne Zweifel darauf gekommen, dass man auf individuelle Bedürfnisse von Kunden nicht mit pauschalen Antworten á la „Barzahler fahren am günstigsten“ reagieren kann. Das ist totaler Blödsinn und dient lediglich dazu, ab morgen wieder x-fach im deutschen Blätterwald zitiert zu werden.

Lieber Herr Reinking, Ihre zumeist offenherzigen Kommentare lese ich immer gern, treffen Sie doch meistens ins Schwarze. Aber mit diesem Artikel versucht sich Ihr Blatt zulasten des Automobilhandels zu profilieren. Und das finde ich absolut daneben (auch wenn Ihnen das wahrscheinlich ziemlich Wurscht ist ;-). Dennoch, ich hatte das Bedürfnis, das hier mal los zu werden. Vielleicht können Sie das Thema ja mal auseinander nehmen und kritisch darüber schreiben. Zumindest ich würde das lesen 🙂