Vielleicht erst mal eines vorneweg: Ich kann dem Thema E-Mobilität einiges abgewinnen, sowohl als Vebraucher, wie auch als in der Automobilbranche Arbeitender. Zumindest gilt das so lange, wie sich das Ganze wischaflich darstellen lässt. Soviel dazu.

Eigentlich halte ich mich für einen progressiven Menschen, der nicht irgendwelchen Blütenträumen nachhängt, sondern eher dem Realismus verhaftet ist. Aber jedes Mal, wenn ich über E-Mobilität lese oder mit Leuten darüber rede, die nicht aus unserer Branche kommen, steigt in mir das Gefühl hoch, konservativ, rückständig und unmodern zu sein. Das liegt daran, dass dieses Thema nur noch gehypt wird und nahezu ausschließlich von grenzenlosem Optimismus die Rede ist. Wo kommt der nur her? Wie kann ich eigentlich noch irgendwelche Gedanken an Verbrennungsmotoren verschwenden? An Autos, wie wir sie heute kennen? An Öl, Brennstoff und dieses Teufelszeug?

Gerade habe ich in AUTOHAUS Online gelesen, dass ein Test mit 50 E-Fahrzeugen in Köln mal wieder so richtig gut gelaufen ist. Alle waren nur happy: Der Hersteller, die Fahrer, der Landesverkehrsminister, ja sogar Herr Prof. Dr. Dudenhöffer, der für seine automobile Fachkompetenz allseits herangezogene „Automobilexperte“.

Wie ich schon eingangs erwähnte, habe ich ja durchaus einiges für diese neue Technologie übrig. Aber zwei Dinge stören mich, auch hier wieder. Zum einen höre und sehe ich nie eine Wirtschaftlichkeitsrechnung, und zwar eine ehrliche. Und zweitens erklärt vermisse ich die wirkliche Umweltbilanz dieser Fahrzeuge. Ich würde mich ja wirklich freuen, wenn dabei auch gute Ergebnisse rauskommen. Aber bislang höre und sehe ich so etwas nicht. Und das macht mich dann doch stutzig.

Statt dessen wird blindlings nach staatlichen Subventionen gerufen, um diese Autos in den Markt zu bekommen. Gleichzeitig ist es der Industrie nicht peinlich, neue Absatz-/Umsatz-/Gewinnrekorde  zu vermelden.

War das damals eigentlich beim alten Daimler vor 125 Jahren auch schon so?

Weiterführende Beiträge:
Alex Kahl – Der-Probefahrer.de 

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